Fit für die Schotterpiste?


Unser Sprinti ist bereit für die grosse Reise. Sind wir es auch?

• Kennen wir unsere und Sprintis Möglichkeiten?
• Können wir die optimale Fahrweise auf die verschiedene Geländebeschaffenheit einschätzen – und können wir sie richtig anwenden?
• Kennen wir die technischen Einheiten von Sprinti?
• Sind wir in der Lage, im Busch Notreparaturen wie z.B. bei einem Rad, Oel, Filter etc. vorzunehmen?
• Wissen wir, wie mit einem Minimum an Werkzeug und Material zu arbeiten?
• Welches Bergungsmaterial ist für uns geeignet und wie wird es richtig angewendet?
• Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen beim Bergematerial beachtet werden?
• Was muss meine Notfallkoffer beinhalten?
• Wie verhalte ich mich bei einem Unfall?
• Wie erkenne ich Krankheiten und Infektionen?
• Wie gehe ich mit Gifttieren, Bissen und Stichen um?

Zu viele NEIN-Antworten……..

Nach einem solchen unübersehbaren ungünstigen Resultat entscheiden wir, diesen Zustand zu ändern und machen uns auf die Suche eines geeigneten Veranstalters.
Roli blickt auf 20 Jahre Offraoderfahrung zurück und verspricht obiges Fachwissen mit Engelsgeduld und Spass in 4 Kurstage weiter zu geben.
https://4x4-exploring.ch

Und - er will es mit uns versuchen – vermutlich wird Rolis „Spass“ nach dem Training mit uns auf der Piste bleiben!

Tag 1: Heute wird geschraubt.......


Wir starten unsere Instruktion mit der Thematik „Notreparaturen und Buschmechanik“. Dazu bekommt unser Sprinti in der grossen Übungshalle/Werkstatt einen Ehrenplatz zugeteilt. Ohne Vorwarnung beauftragt uns Roli den Motorfilter abzuschrauben. Kurt und ich schauen uns an – Worte sind nicht notwendig – unsere Mimik spricht für sich.

Wir öffnen die Motorhaube und schauen hilflos auf die auf uns fremd wirkenden Innereien. Wir erkennen die Scheibenflüssigkeit…… das wars!
Doch Kurt ist schlau und hat eine blendende Idee…. das Bedienungsbuch!

Es vergeht viel Zeit und wir sind voll auf das Buch konzentriert bis wir das Gefühl haben, beobachtet zu werden. Wir schauen hoch – Roli – sein Grinsen sagt alles und sein Kommentar „send ihr nonig witer“ ist vernichtend.

Roli zeigt und erklärt uns – noch - mit Engelsgeduld, wo sich der Luft- und der Oelfilter befindet und wie sie abmontiert werden können – wir schaffen das und noch vieles mehr….

Wir lernen, wo sich die Bremsflüssigkeit befindet und wie sie gemessen wird. Wir benutzen zum ersten Mal unseren Wagenheber und führen – nach den logischen Anfangsschwierigkeiten - einen Reifenwechsel durch. Nur schon das Wissen, wo der Wagenheber angesetzt werden kann - und wo auf keinen Fall - ist Gold wert. Es ist nicht immer dort, wo man das Ding logischerweise ansetzen würde.....

Wir reparieren Reifen, wir Schweissen mit einer Autobatterie und Kurt verbrennt sich dabei die Finger, wir verbinden Kabel, wir dichten Leitungen ab und lernen den Umgang mit einer Werkzeugbox.

Am Ende des Tages wissen wir einiges mehr – und hoffen, nie darauf zurückgreifen zu müssen.

Tag 2: Heute wird gefahren – und zwar im Gelände……


Das 4x4 Trainingsgelände in Lignière ist einzigartig in der Schweiz und bietet beinahe grenzenlose Übungsmöglichkeiten. Auf dieser Piste werden wir heute über theoretische und praktische Begriffe wie Steigung, Bodenfreiheit, Böschungswinkel, Radlastverteilung, Traktion, Kippgrenze, Bereifung und Luftdruck, Achsverschränkung und Wasserdurchfahrten erfahren.

Nach einer kurzen Einführung weist uns Roli über Funk an, den Berg hoch zu fahren. Ich sitze am Lenkrad und übe zuerst einmal, wie ich den 4x4 einschalte.
Also zuerst Schalthebel auf „N“, dann den „4x4-Schalter“ drücken und anschliessend die „Untersetzung“. Mein Blick ist gebannt auf das rote und gelbe Lämpchen, die jetzt aufleuchten sollten - und nicht tun……, also nochmals von vorn…….. Roli meldet sich per Funk –„hey was isch los? Wänd ihr warte bis es Obig wird?“
Endlich glühen die Lämpchen und ich wage die Fahrt den steilen Hang hoch. Dort wartet Roli. Kopfschüttelnd und grinsend sagt er: „ächli langsam unterwägs he? Und jetz abe, aber echli schneller gäll…..“ Erst nach der dritten Durchfahrt gelingt es mir eine für Roli zufriedenstellende Runde zu drehen – ist mir aber egal – ich bin happy und stolz auf mich.

Danach üben wir das Fahren über verschiedene Steilhänge, Schrägfahren, Bachbett, Wasserdurchfahren, Holzbrücken aus unregelmässigen und runden Baumstämmen etc. bis wir in die Nähe der Grenzen von Sprinti gelangen. Speziell bei den Baumstämmen hat Sprinti etliche Mühe wegen dem langen Radstand – die Räder drehen heftig durch und es riecht „angenehm“ nach verbranntem Holz und Gummi.

Am Ende des Tages sind wir echt froh, diese wertvollen Erfahrungen für unsere Reise gemacht zu haben. Wir wissen jetzt die Risiken gut einzuschätzen und auf was wir unbedingt achten müssen.

Tag 3: Wer hätte gedacht, dass das Thema Bergematerial spannend wie eine Seilwinde sein kann…….


Hi Lift, Air Jack, MaxTracks, Soft- und Stahl-Schäkel - auch Kuhmaul genannt, Umlenkrolle, Seilwinde - auch Habegger genannt etc.
Nun wissen wir nicht nur wie das Zeug aussieht und heisst, sondern auch wie die verschiedenen Spezialgeräte eingesetzt werden können - was taugt und wovon lieber die „Hände weglassen“ sollen.

Wir lernen verschiedene Bergetechniken wie z.B. Bergung mit Seilwinde, mit einer und zwei Umlenkrollen sowie die Bergung mit einer einfachen und einer doppelten Kraftumlenkung etc.
Wir üben die Sicherung in Steilhängen, das Herausschieben eines Fahrzeuges z.B. mit einen Baumstamm, das Aufstellen eines gekippten Fahrzeuges und die Bergung im Kiesbett, Sand und Schlamm.

Vor allem die Bergung mit einen Flaschenzug fordert unsere Kräfte heraus – Durch den Einsatz einer Umlenkrolle ist es möglich, einen Flaschenzug herzustellen. Hier muss von Hand angepackt werden. Denn nur durch das „Hin- und Herbewegen des Antriebshebels“ kann die Last Millimeter für Millimeter auf sicheren Boden gezogen werden.

Einen ganzen Tag lang haben wir gekrampft.....
Müde, erschöpft aber zugleich zufrieden durch das Erworbene, freuen wir uns ganz speziell auf das bevorstehende Nachtessen bei Reto Zünd https://glas-atelier.ch/web/ wo das Erleben einer Synthese aus Glasbläserei und Gastronomie in einem einzigartigem Ambiente versprochen und auch eingehalten wird.

Tag 4: Was machen, wenn im Busch ein giftiges Ungeziefer zubeisst – oder plötzlich die Atmung schwer fällt?


Gottvertrauen? Unser Credo: Vertrauen ist gut, Wissen ist besser!

Kompetent, sympathisch und in einer einfachen und gut verständlichen Sprache erklärt uns Celine, eine äusserst erfahrene Rettungssanitäterin, wie wir uns unter erschwerten Bedingungen im Busch weiter helfen können.

Am Ende des Kurses, wissen wir genau, was in unserer Reiseapotheke gehört um mit einfachsten Mitteln die notfallmässige, medizinische Erstversorgung leisten zu können.
Zudem erhalten wir ein geniales und handliches A5-Nachschlagewerk. Das Büchlein unterstützt auf eine einfache Art, die aktuelle Notsituation schnell und einigermassen genau einzuschätzen.

Hier eine Übersicht wie ein Dreiecktuch im Notfall genutzt werden kann.
Danke Roli und Celine.
Es ist beinahe unglaublich, doch es ist euch ohne den Spass zu verlieren gelungen, uns in den 4 Kurstagen das Basiswissen für unsere bevorstehende Reise zu vermitteln. So haben wir einiges an Sicherheit erlangt, womit wir unsere Reise mit Bestimmtheit mit einem besseren Gefühl angehen können.
Roli, du bist ein hartgesottener Kerl – dein schelmisches Lachen wird uns lange begleiten.

Fazit:

Wir empfehlen grundsätzlich allen Reisenden die abseits der Zivilisation unterwegs sind – sich mit der Thematik „Fahren in unterschiedlichem Gelände, Gesundheitsversorgung, Bergung etc.“ gründlich auseinander zu setzen.

Eine sehr gute Adresse welche wir wirklich empfehlen können ist: https://4x4-exploring.ch

Der Roli vermittelt kompetent und humorvoll im 4-tägigen „Expeditionskurs / Reisevorbereitung“ alles was zu einer Reisevorbereitung abseits der Hauptstrasse dazu gehört.